Mein Freiwilligendienst in Ghana

17März
2015

Trikotspende

Letzte Woche war ich im Waisenhaus in Tepa, das etwa 1 1/2 Stunden nordwestlich von Kumasi gelegen ist. Dort durfte ich die Trikots überreichen, die in den letzten Wochen so fleißig daheim gesammelt wurden. Dafür, vor allem im Namen der Kinder und Betreuer in Tepa, ein riesiges Dankeschön! Besonderer Dank geht an Anna, Andrea und Baki.
Alle im Waisenhaus haben sich riesig gefreut und mehrmals betont, wie wunderbar es ist, dass so weit in der Ferne an ihr kleines Dorf gedacht wird. Vor Kurzem hat die Mannschaft des Waisenhauses den ersten Platz bei einem Schulturnier gewonnen; Projekt Titelverteidigung kann dann also in Trikots angetreten werden.

Der Weg zum Waisenhaus Die neuen Schultrikots Mit dem zuvor gewonnenen PokalEintracht Frankfurt international! Kokosnussernte

12März
2015

Schülerzeitung

Hallo liebe Leute,

ich möchte euch mein Projekt vorstellen, das zurzeit immerhin einen Lichtblick im ansonsten enttäuschenden Schulalltag darstellt. Da ich während meiner Zeit hier festgestellt habe, dass in der Schule kreatives Schreiben nicht gefördert wird und die meisten Kinder überhaupt keine Vorstellung haben, wie sie etwas selbstständig schreiben sollen, habe ich diese AG mit Schülern der fünften und sechsten Klasse gegründet. Dieser Mangel ist eigentlich umso erstaunlicher, wenn man auf den Stundenplan schaut, auf dem sowohl "composition" als auch "library" zu finden sind. Praktisch sieht es aber so aus, dass einige Lehrer die Bibliotheksstunde einfach durch anderen Unterricht ersetzen. Auch das Fach "composition" unterstützt nicht den Ansatz eigenständig einen Text zu verfassen, da das Aufsatzschreiben meist nur als Lückentext gelehrt wird. So finden sich in den Heften zwar Texte über "myself, my school or my best friend", aber außer dem Einsetzen der eigenen Daten lernt man dabei wenig. Man muss bei Fünftklässlern ja noch keine selbstverfassten Kommentare erwarten, aber ein anderer Ansatz als dieses Einsetzlernen wäre meiner Ansicht nach doch sinnvoll. Am Rande: Diese Woche habe ich mal wieder ein besonderes Highlight des ghanaischen Lehrplans erlebt. Den Drittklässlern soll die Funktion von Widerständen im elektrischen Stromkreislauf und den Erstklässlern (!) Photosynthese beigebracht werden. Was soll man sagen? Hat nicht so ganz geklappt.

Doch zurück zur Schülerzeitung. Die Gruppe habe ich mit zwölf Leuten bewusst kleingehalten, unter anderem, damit es nicht zu laut wird und wir wirklich arbeiten können. Freitags treffen wir uns in der Schulbücherei (drei Regale mit Schulbüchern vollgestellt), wo auch ca. zehn Computer stehen; "Praktisch" könnte man denken. Leider scheinen die aber, wie so manches an der Schule, nur fürs Image dazustehen, und somit funktioniert davon keiner.

Am Anfang haben wir uns gemeinsam ghanaische Zeitungen angeschaut und gesehen, über was alles in einer Zeitung berichtet wird und wie diese aufgebaut ist. Dann haben wir unsere eigenen Themen bestimmt, die nun hoffentlich auch umgesetzt und irgendwann gedruckt werden können. Ich bin selber sehr gespannt, wie sich dieses Projekt entwickelt, nachdem die ersten Stunden sehr gut liefen.

Aufwärmspiel

25Dezember
2014

Schule (endlich)

Nachdem ich wohl langsam einen ausreichenden Eindruck vom Reisen und Stränden in Ghana vermittelt habe kommen wir mal zum Ernst des Lebens. Immerhin sollt ihr auch wissen, wie meine Arbeit im Naasei Educational Complex aussieht. Gerade sind natürlich Ferien, ansonsten gestaltet sich mein Alltag hier folgendermaßen:

Morgens muss ich erstmal mit dem Trotro zur Schule fahren, etwa zwanzig Minuten von der Station Tech Junction aus, wo die Trotroschreier immer um jeden einzelnen Fahrgast kämpfen und einen öfters auch mal anpacken. Deshalb steige ich dann meist genervt ein, aber ich kann euch sagen, dass das Trotrofahren schon Spaß macht. Einerseits, weil man sich über die Klapperkisten amüsieren kann, andererseits, weil diese Klapperkisten eben doch gar nicht so ungemütlich sind. Außerdem zahle ich 90 Pesewas, weniger als 25 Cent, für die Fahrt zur Schule. Uber sollte mal darüber nachdenken ein paar Trotros ins Programm aufzunehmen..

Naasei Educational Complex

Ich komme in die vierte Klasse, wo die Kinder mich mit "Good Morning Sir Vincent, may God bless you" begrüßen. Der Klassenlehrer heißt Sir John und meist helfe ich ihm beim Korrigieren von Aufgaben, Hausaufgaben oder Tests, denn hier wird wirklich alles abgehakt und das Gesamtergebnis im Zeugnis vermerkt.

Selbst halte ich den Unterricht in Englisch, Citizenship oder vereinzelt auch mal in anderen Fächern. Das Problem ist allerdings, dass ich keine festen Stunden habe, sondern wenn ich selbst unterrichte spontan handeln muss. Insgesamt könnte die kommunikation etwas besser sein, da man vieles erst dann mitbekommt, wenn es soweit ist. Mit den Lehrern und dem Schulleiter verstehen ich und die anderen Freiwilligen uns zumeist wirklich gut.

Der alte Klassenraum

Da immernoch (und vermutlich das restliche Schuljahr) Bauarbeiten an einem Schulgebäude sind, die zwei Tage nach den Sommerferien begonnen haben, kann der Kindergarten nicht in seinen Räumen sein. Länger als zwei Monate wurde dieser also in der Bibliothek und auf dem Flur betreut. Vor kurzem gab es erste Fortschritte beim Bau, was bedeutete, dass meine vierte Klasse in das halbfertige Gebäude ziehen musste und der Kindergarten in unseren Raum kam, da die Baustelle zu gefährlich für die Kleinen ist. Also haben wir Unterricht gemacht, während um uns herum die Mauern hochgezogen wurden und ich vor der Tafel über Steine gestolpert bin.

Eine halbe Wand und ein semi-optimaler Boden ;D Es wird langsam.. Die Mauer muss hoch! 

 

In der Woche vor den Ferien haben Max und ich mit der Klasse gebastelt, um für die Weihnachtsparty etwas zu dekorieren. Es war schön aber ein kurzes Vergnügen. :P

Sterne und Weihnachtsbäume

 

Wie ich einigen schon berichtet habe ist das "corporal punishment" an der Schule, wie eigentlich an allen hier, vollkommen normal und alltäglich. Das ist natürlich nicht einfach  zu akzeptieren oder zu tolerieren, wenn man es immer anders gelernt hat. Schläge mit dem Stock oder der Hand gibt es übrigens nicht nur bei Fehlverhalten, sondern auch bei falschen Antworten oder Fehlern in Aufgaben. Letzte Woche haben die Kinder die Ergebnisse der "exames" bekommen und wurden so verdroschen, das Max und ich zum ersten Mal rausgegangen sind, was zwar verdutzte Gesichter hinterlassen, aber an der Situation auch nichts geändert hat. Wenn man nachfragt, warum man so bestrafen müsse, bekommt man stets nur ein "Thats's the way we do it here" und ein breites Grinsen zurück.

 

Die Schule geht hier jeden Tag bis drei, für alle Altersklassen. Oft gibt es für uns Freiwillige aber schon deutlich früher nichts mehr zu tun und der Tag ist für uns beendet.

Ich muss sagen, dass vieles anders ist als erwartet, selbstverständlich. Damit meine ich nicht mal unbedingt nur das Schulsystem oder die Erziehungsmethoden, sondern auch, dass es sich um eine Privatschule handelt (wie sehr viele Schulen hier), bei der die Eltern bei der Graduation genauso mit dem Ipad filmen wie in den USA oder Europa. Natürlich nicht alle, aber ich hätte eher gedacht, dass man als Freiwilliger in "Schulen für Ärmere" eingesetzt wird, um es mal allgemein zu bezeichnen. Da ich als Freiwilliger aber keinen Lehrer ersetzen soll, sondern eher Zusatzangebote anbieten kann, werde ich erstmal an der Schule bleiben und versuchen für das kommende Dritteljahr (es gibt drei Jahresabschnitte) eine Art Schülerzeitung anzubieten, da meiner Meinung nach zwischen all dem Auswendiglernen besonders das kreative Schreiben zu kurz kommt.

 

25Dezember
2014

Fotos der letzten Wochen

 

 

Frech - (fast) unkommentiert ;D

 

Bitteschön, das obligatorische Cape Coast Castle Bild von jedem Ghana-Reisenden, so kommt es mir zumindest vor :D Ausblick von CCC aus   Kakum-Nationalpark   kleinerer Wasserfall in Kintampo 

Kintampo waterfall 

 

Aber nun doch noch ein guter Rat an alle Ghana-Reisenden: Spart euch den Bui-Nationalpark.

Ausrufezeichen!

Internet und Reiseführer warnen davor, dass durch den Staudammbau die dortige Nilpferdpopulation möglicherweise in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit (...) verschwinden könnte... Fakt ist, dass man nach langer Anreise eine neu errichtete Geisterstadt vorfindet, das Umsiedlungsprojekt. Das ist dann aber auch alles, was es gibt. Die Nilpferde sind wegen der Stauung weg. Alle anderen Tiere auch.

Warum ist das dann hier überhaupt noch ein Nationalpark? Tja, da wusste der Herr dann auch keine Antwort drauf.

Also was können wir dann hier tun? Nichts, es gibt hier überhaupt nichts zu tun. Zumindest ehrlich.

Aber weil wir dann nicht einen kompletten Wochenendausflug nur für eine Geisterstadt machen wollten haben wir den Trotrofahrer bezahlt, damit er uns wenigstens möglichst nah an den Staudamm fährt. Joa, ein Staudamm halt. Von einer chinesischen Firma gebaut und das Ergebnis der Umweltstudie Staatsgeheimnis. Mehr gibt es da wohl nicht zu sagen. 

Da war nicht immer Wasser..

25Dezember
2014

Brong-Ahafo Region

So, ich habe mich mal wieder viel zu lange nicht gemeldet, jetzt bin ich euch mal wieder einen Eintrag schuldig. Vielen Dank übrigens für all die lieben Kommentare zu meinem Blog.

Anfang November haben wir ein Wochenende in der Brong-Ahafo Region nördlich der Ashanti-Region,mit Kumasi als Hauptstadt, verbracht. Dort haben wir die Affen von Buabeng-Fiema besucht, Tanoboase erkundet und sonntags noch das Dorf Buoyem und die Umgebung besichtigt.

Wir nennen das folgende mal Fotodoku um das Bild-Text-Verhältnis zu erkären :P

Die Affen dort sind zutraulich und man kann sie mit Bananen oder Brot füttern. Es gibt die neugierigen Weißbart-Stummelaffen und die schüchternen Mona-Meerkatzen, denen man nicht so nahe kommen kann. Auf dem Rundweg sind auch zwei große Ficus-Bäume. Der zweite war einmal der Mittelpunkt des Dorfes, das sich dann immer weiter verschoben hat und direkt am Waldrand ist.

Ein bisschen im Pool chillen Ein Weißbart-Stummelaffe perfekte Zusammenarbeit Im Ficus :)

Das beste Ziel war womöglich Tanoboase, wo wir eigentlich die Quelle des heligen Fluss Tano sehen wollten. Uns wurde dann auch eine Grotte gezeigt, die einerseits ernüchternd langweilig war, und andererseits sind wir uns nicht ganz sicher ob dies jetzt die richtige Quelle war, da diese für das Volk der Akan heilig ist. Was man dann aber mit Sicherheit gesehen hat waren traumhafte Felsformationen im Abendlicht, einfach wunderschön! Im April ist ein jährliches Fest hier, zu welchem auch Besucher eingeladen sind, dann werde ich diesen Ort nochmal besuchen. :)

 

 

 

   Von hier aus schaut der König während eines traditionellen Festes im April auf die Feiernden Mit etwa diesem Ausblick

Die beiden unteren Bilder zeigen eine Felswand, die fester Bestandteil des Akan-Festes ist. Früher durften pro Jahr zehn Frauen aus der Gemeinde heiraten, um die wiederum fünfzig Männer kämpften. Diese Felswand hat fünf "Treppen". Die Regeln waren relativ einfach: Es traten jeweils fünf Männer gegeneinander an, wer es zuerst geschafft hat nach oben zu klettern durfte sich eine aussuchen. Kleine Zusatzregel: Man konnte auch in mehreren Jahren hintereinander antreten, zumindest solange man mehrere Frauen versorgen konnte. Auch heute gibt es diesen Wettbewerb noch, allerdings ohne Frauen. ;D

 

 

Rückfahrt zum Hotel

Am Sonntag ging es dann nach Buoyem, einem Dorf, welches man von Techiman aus mit dem Taxi erreicht. Eigentlich ist Buoyem für die Fledermaushöhlen in der Nähe bekannt, in denen auch schon deutsche Biologen geforscht haben, worauf der Guide offensichtlich auch sehr stolz ist und es gerne erwähnt ;-)

Da wir für die Höhlen aber zu spät ankamen haben wir uns die Umgebung von Buoyem  angeschaut, sind auf engem und steilem Weg zum Wasserfall gewandert, der am Ende des Tals hinunterfällt und echt erfrischend ist. Groß wird im Dorf der "African Rock" angekündigt, ein Stein in der Form von Afrika. Gut, er ist kleiner als erwartet und bei einem Diebstahl zweimal zerbrochen, aber der Ausblick von dort oben lohnt sich wirklich.

African Rock  

 

29Oktober
2014

Strandwochenende

Am Freitag den 17. Oktober haben Cindy, Laura und ich (wieder mal spontan) beschlossen, dass wir an die Küste fahren. Schon im Taxi Richtung Asafo Interchange in Kumasi wurde klar, dass das die richtige Entscheidung war, nachdem die restlichen fünf Freiwilligen drei Tage vorher ankamen. Zu viele Menschen im Haus, ungewohntes Gewusel von elf Leuten plus Gastfamilie. Stress beim Essen, gedränge am Tisch, Decke auf dem Kopf. Also ab mit dem Trotro nach Elmina, so zumindest der erste Plan. Da aber die Route nach Elmina sowieso über Cape Coast führt, und wir dort ja schon ein echt tolles Wochenende hatten, dachten wir darüber nach, dass wir ja alle schon mal nachts am Strand schlafen wollten. Und dann haben wir das gemacht.

Wir haben uns gegen zwölf auf Tücher auf den Sand gelegt, noch unsicher ob wir das wirklich durchziehen. Dieser Gedanke hat sich dann aber ziemlich schnell erledigt, denn die Rucksäcke als Kopfkissen zusammen mit dem Meeresrauschen waren einfach zu gemütlich, als dass man wachbleiben hätte können. Gegen halb zwei sind wir dann aufgewacht, weil es eben selbst in Ghana nachts am Strand nicht besonders warm ist, der Wind zieht und wir uns auch noch einen eher kälteren Tag ausgesucht hatten. Trotzdem gemütlich. Später haben uns Hotelgäste noch Matten von den Liegen runtergebracht, wir haben zwei Türken kennengelernt, die in Accra wohnen und so ging die Nacht rum und wurde immer gemütlicher.

Eigentlich wollten wir ja den Sonnenaufgang sehen, aber erstens sind uns dann nochmal die Augen zugefallen und zweitens war dieser nicht mehr als ein verwischter schwarz-grau-blau Übergang, nicht ganz so spektakulär wie vorgestellt.

Gegen sieben Uhr sind wir dann mit dem Taxi nach Elmina aufgebrochen, über eine staubige Piste zum Stumble Inn, einem liebevoll gepflegten Hostel, welches von einem holländischen Paar betrieben wird. Die Zimmer sind sauber, die Anlage wunderschön gestaltet und auch wenn es (während unseres Aufenthaltes) weder Strom noch fließend Wasser gab, hat es mich noch nie so wenig gestört.

Samstags sind wir also zuerst in westlicher Richtung am Strand langgelaufen, haben den illegalen Sandabbau gesehen, der die Küstenlinie Ghanas bedroht und dennoch fortgesetzt wird. Wir haben uns an einem schönen Fleckchen niedergelassen und dann bin ich noch alleine ein bisschen weiter gelaufen, zu einem Fischerdorf. Erst sehr idyllisch, mit Kindern, die einen begrüßen, anfassen wollen, die bunten Boote an Land. Dann habe ich etwas von Sea Turtles gehört, könnte aber schwierig werden die im Meer zu beobachten, naja mal sehen dachte ich mir. Die Realität war dann weniger schön, vorne auf den Klippen wurden eben jene geschlachtet. Das sah grausam aus, diese wunderschönen Wesen auf dem Rücken, mit der Majete aufgehauen und Innereien auf dem ganzen Platz verteilt. Ein einzelner Schildkrötenkopf auf dem Stein. Die Geier daneben. Mir wurde erklärt, dass sie gefangen werden, wenn sie an Land kommen. Soweit ich es weiß tun sie das, wenn sie Eier ablegen. Ranzoomen bei den Bildern auf eigene Gefahr.

 

Der Rest des Tages ging mit lesen, in dei Wellen springen und Musikhören rum. Cindy ist sogar am Strand geritten, auf einem der Pferde des angrenzenden Resorts. Abends haben wir im Stumble Inn gegessen, auch das war echt gut.

 

Ein paar Bilder vom Stumble Inn:

     

Sonntags haben wir noch ein bisschen Zeit am Strand verbracht, das Coconut Resort besucht und sind dann von Elmina über Cape Coast zurück nach Kumasi.

Liebe Grüße, ich hoffe es geht allen daheim oder auf Reisen gut! :)

27Oktober
2014

Accra

Am Freitag dem 26. September (ja September, aber besser jetzt die ganze Faulheit beim Blogschreiben aufholen als gar nicht mehr anzufangen) sind wir zu viert von Kumasi nach Accra gefahren. Mit einem VIP-Bus, dem luxuriösesten öffentlichen Verkehrsmittel in Ghana (behaupte ich jetzt mal, auch wenn es ein Unternehmen mit dem Namen VVIP gibt, deren Busse aber nicht so neu aussehen). Das Hostel namens Crown Prince hatte immerhin saubere kleine Zimmer, die sanitären Anlagen auf dem Flur kann man hingegen nicht unbedingt weiterempfehlen.

Am nächsten Morgen sind wir gleich zur Accra Mall gefahren, haben es uns dort mit Pommes und Pizza zum Frühstück gut gehen lassen. Und gestaunt haben wir, aber ordentlich. Amerikanisches Fast Food, europäische Produkte, Neureiche, Klimaanlage, ein Kino, ein Apple-Store – wir hätten uns auch in irgendeiner Mall mitten in Amerika befinden können. Bestimmt finden sich die zwei, drei Läden mit Kleidern mit afrikanischen Mustern auch bald in Europas Einkaufshäusern, schön präsentiert wie hier würde es sich genauso gut verkaufen wie Surfermode an Vortaunuskinder.

In der Mall finden sich zwei südafrikanische Ketten, metroähnlich sage ich ohne jemals in einem Metro gewesen zu sein. Auf alle Fälle kann man dort alles kaufen; Brokkoli für umgerechnet mehr als zehn Euro, Erdbeeren für sieben Euro, Gummibärchen, ausländische Produkte zu stolzen Preisen eben.

 

Aber vorallem auch: Pumpernickel! Der eigentliche Grund warum ich nach Accra gefahren bin :D Das Weißbrot hier, hmm komm ich einfach nicht drauf klar ;-) Also 14 Packungen Pumpernickel gekauft, genau die gleiche Marke wie in Deutschland, ich vollkommen zufriedengestellt. Vollkommen!

Abends haben wir dann eine ‚Skybar‘ gesucht, die laut Reiseführer einen Meerausblick und, zumindest in den frühen Abendstunden, bezahlbare Preise haben soll. Das Problem ist nur, dass wir unendlich viele Auskünfte darüber bekommen haben, ob diese Bar noch existiert, gefunden haben wir sie letztlich nicht. Dafür sind wir ins Epos, übrigens echt gut zum Fußballgucken. Darunter befindet sich noch ein Club, welchen wir zum Schluss (am End) besucht haben und dann auch relativ schnell wieder verließen. Zu wenige Leute, zu viele Spiegel, zu wenig unsere Musik :D

Sonntags sind wir noch in den Koala Supermarkt, ein etwas kleinerer, aber mit verdammt guter Auswahl. Ich sage nur „Was soll der Geiz?“; Ein extrem gefährliches Einkaufsmotto, aber in diesem Fall das einzig richtige ;-)

Vor der Rückfahrt haben wir noch ein veganes Restaurant gesucht (laut Reiseführer), von dem aber niemand jemals etwas gehört hatte, und so ging es dann wieder mit dem Bus zurück nach Kumasi.

  

Ich hätte niemals gedacht, dass mir das Essen so fehlt, dass ich dafür in die Hauptstadt fahre. Ich dachte ich bin froh, wenn ich mit meiner veganen Ernährung über die Runden komme, aber glücklich macht über die Runden kommen nicht und schon gar nicht gesund. Also bin ich jetzt erst einmal ausgerüstet, schließlich habe ich Nina damals versprochen ordentlich Linsen zu essen, wenn ich mich vegan ernähre. Also falls du das hier liest, ich halte mich auch hier daran ;-)

  Ausbeute

Liebe Grüße an Euch alle!

23Sept
2014

Busua

Letztes Wochenende ging es spontan nach Busua, einem Ort an der Küste, der in der Western Region gelegen ist. Busua ist ein beschauliches Städtchen, das bis 1998 noch komplett ohne Strom und Wasseranschluss war, in den letzten Jahren aber durch zunehmenden Tourismus zu neuer "Blüte" gekommen ist, also alles relativ. Der Strand dort ist tatsächlich sehr schön, die Stimmung ist etwas ruhiger als beispielsweise in Cape Coast und der Blick auf Abrokwa Island wunderschön.

ALASKA

Die Hinfahrt am Freitag war erstaunlich komfortabel und im Vergleich zur Fahrt letzte Woche echter Luxus. Klimatisierter Bus, perfekte Plätze zum Füβe ausstrecken in der ersten Reihe, so kann es losgehen. Mit anschlieβender Trotrofahrt von Takoradi nach Busua kamen wir dennoch erst gegen Mitternacht an, ziemlich ausgelaugt auf naja, spartanischen Zimmern. So ein Vorhang vor der Duschtoilette im muffigen Zimmer ist schon was.

Samstagmorgens bin ich am Strand laufen gegangen und direkt danach ins Meer gesprungen :) Danach haben wir gefrühstückt, im Restaurant vom Peters Place, das im Gegensatz zu den Zimmern echt zu empfehlen ist. Mit Felsenklettern, Krabbenbeobachten und MalschnellinsMeerspringenundmerken,dassdieStrömunghierzustarkist ging einige Zeit rum :)

Dann konnte ich endlich mal das Surfen ausprobieren, coole Sache sage ich euch, das werde ich garantiert noch öfters machen. Und eindeutig ein Muss, nachdem ich schon öfters angesprochen wurde, ob ich skate oder surfe, und vom enttäuschten Gegenüber ein "aber du siehst so aus als würdest du es" bekam.

und der Abgang..

Auch wenn Montag ein Feiertag war, wir wissen immernoch nicht welcher, haben wir uns entschlossen schon am Sonntag nach einer weiteren Runde surfen und unvergleichlich treffender Strandsandporträts die anstrengende Rückfahrt anzutreten und was soll ich sagen, wir sind zuhause angekommen, spät aber wohlauf.

Hat ein Kind am Strand gemalt, Verwechslungsgefahr!

23Sept
2014

Cape Coast

Wie es für jeden Freiwilligen in Ghana obligatorisch zu sein scheint, sind wir das Wochenende nach meinem Geburtstag, vom 12. bis zum 14. September, nach Cape Coast gefahren. Um es kurz zu machen: Es war wirklich sehr entspannend nach all dem Stress der letzten Wochen in der Schule rauszukommen, aus dem, was jetzt unser Alltag ist. Cindy hat in ihrem Blog einen Eintrag geschrieben, der unsere Erlebnisse dort gut zusammenfasst.

http://cindyinghana.auslandsblog.de/cape-coast/

10Sept
2014

Schmetterlingspark

Nachdem ich am Samstag sechs (!) Stunden im Vodafoneshop verbracht habe, um mein Laptop zu reparieren (was lange währt, wird endlich gut, es geht, zwar mit amerikanischer Tastatur aber immerhin), waren wir sonntags im Bobiri Forest & Butterfly Sanctuary. Doch angefangen mit der Fahrt dorthin.

Wir sind um neun an unserer Station, Tech Junction, ins Trotro eingestiegen und hatten nach Richmonds Auskunft nur zwanzig Minuten Fahrt vor uns. Als wir dann schon eine drei Viertel Stunde unterwegs waren, und mit fünf Cedi relativ viel für ein Trotro bezahlt hatten, wurden wir doch stutzig. Tatsächlich waren wir schon längst an der Station vorbeigefahren, obwohl wir dem Trotro–Geldeinsammler gesagt hatten, wo wir aussteigen möchten.

Nunja, das kann ja mal passieren. Einfach aussteigen und zurückfahren.

Tja, leider wollte der Typ im Trotro das partout nicht einsehen. Statt einfach die Tür aufzumachen und uns mitten in der Pampa rauszuschmeissen verlangte er noch mehr Geld von uns. Selbst als der Fahrer anhielt öffnete er die Tür nicht und bestand auf zusätzliches Geld, ohne jeden Grund, da wir ihm sowieso schon zu viel gegeben hatten.

Keine angenehme Situation, wenn man einfach nicht rausgelassen wird und die anderen Insassen darüber lachen. Da wir uns aber auf keinen Fall abziehen lassen wollten, haben wir erklärt, dass wir auch gerne den ganzen Tag mit ihm rumfahren und trotzdem kein Geld geben werden. Nach weiteren zehn Minuten hat dann ein Mitfahrer geholfen und ihn überzeugt die Tür zu öffnen. Irgendwo in einem uns unbekannten Dorf, aber immerhin!

Also mussten wir wieder ein ganz schönes Stück zurück. Theoretisch wären wohl auch Trotros gefahren, aber als dann gerade ein LKW ohne Ladung vorbeifuhr haben wir die Gelegenheit einfach genutzt und ihm ein Zeichen zum Anhalten gegeben. Und tatsächlich nahm er uns mit, wenn auch nicht auf der Ladefläche :D Im Führerhaus waren schon fünf Leute und so sind wir darin zu elft gefahren :)

 

Roadtrip – feeling!

So kamen wir dann auch am richtigen Ort an, fuhren mit dem Taxi vier Kilometer zum Park und waren nach drei Stunden endlich dort. Ach ja, im Taxi sind wir zu acht gefahren.

Ein Guide hat uns, nach der Registrierung, den Three Sisters Trail entlanggeführt. Zuerst haben wir gelernt, dass derzeit keine Saison für Schmetterlinge ist und wir nur wenige sehen werden. Hmm. Dafür haben wir auf der Führung einiges über die verschiedenen Bäume im Wald und ihre Verwendungsmöglichkeiten gelernt. Aber ich glaube mich hat das von allen noch am meisten interessiert, irgendwie hatten wir uns ein bisschen was anderes vorgestellt.

Wie gesagt, war es aber doch spannend und wir haben gelernt, dass quasi jeder Baum gegen irgendein Leiden hilft und Mahagoni sowieso gegen Malaria, als Viagra und in allem möglichen Verwendung finden kann.

Der Name Three Sisters Trail kommt übrigens von einer Baumgruppe, von der ein Baum jedoch vom Blitz getroffen wurde, ich denke Two and a half tree hätte mehr Vermarktungspotenzial.

Am Ende des Rundgangs haben wir dann den zukünftigen Schmetterlingskäfig gezeigt bekommen, um ganzjährig den Touristen Schmetterlinge zeigen zu können. Da war mir ein (fast) schmetterlingsfreier Schmetterlingsparkbesuch lieber.

Die zweite Überraschung des Tages erwartete uns dann, als der Taxifahrer für die Rueckfahrt und fürs Warten 80 Cedi verlangte, was fast das sechsfache der Hinfahrt betrug. Als wir dann unsere Taschen aus dem Kofferraum nahmen und laufen wollten ging es dann überraschend plötzlich auch für 20.

Immerhin die Rückfahrt verlief normal, auch wenn das Trotro kurz anhalten musste, weil jemand kotzen musste. Naja, Hauptsache dann geht die Tür schnell auf.

  Naja, nicht ganz

Auch wenn wir uns auf der Hinfahrt im Trotro zum ersten Mal etwas verloren fühlten muss ich sagen, dass es sich gelohnt hat, weil die LKW Fahrt alles rausgerissen hat und aus meiner Sicht ein richtiges Highlight war! Könnte damit zusammenhängen, dass ich vor kurzem On the Road gelesen habe :D

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